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Training gegen Trübsinn

Jede/r Zehnte fällt schon mal mental in ein Loch. Null Bock auf nichts. Man kann sich zu nichts aufraffen, hängt trüben Gedanken nach. Depressionen sind längst zur Volkskrankheit geworden. Wer damit zum Arzt geht, bekommt Medikamente verschrieben, mit denen die Symptome behandelt, aber nicht die Ursache kuriert werden. Jetzt haben Wissenschaftler eine neue Behandlungsmöglichkeit entdeckt, deren Nebenwirkungen absolut positiv sind – Training.

 

Depressionen werden von zahlreichen psychischen und physischen Beschwerden, wie Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, sexueller Inaktivität oder Schlafstörungen begleitet. Langfristig kann die Erkrankung Typ II-Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Herzinfarkt begünstigen. „Depressionen sind daher ein genauso hohes Gesundheitsrisiko wie Rauchen, Fettleibigkeit und hoher Blutdruck“, erklärte Professor Dr. Kai Kahl von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Doch dieses Risiko kann gesenkt werden.

 

So fanden Wissenschaftler heraus, dass körperliches Training auf ähnliche Weise wirkt wie Antidepressiva. An der MHH war schon vor Jahren ein Trainingsprogramm gegen Depressionen vorgestellt worden, in dem depressive Patienten durch eine sechswöchige strukturierte Sporttherapie ihr zu großes Herzfettgewebe verringern – und damit auch die Wahrscheinlichkeit etwa einen Herzinfarkt zu bekommen.

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache bei Depressionen. „Durch Depressionen kommt es zu einer Zunahme des Herzfettgewebes. Ein großes Herzfettgewebe ist ein bekannter Risikofaktor für die Verkalkung der Herzkranzgefäße“, erläuterte Professor Kahl.

Die Sporttherapie war Gegenstand einer Studie, in der Teilnehmer mit Psychotherapie und Psychopharmaka behandelt worden waren. Eine Hälfte der Probanden nahm zusätzlich an einer strukturierten Sporttherapie teil, die aus einem sechswöchigen Gerätetraining für Kraft und Ausdauer mit drei 45-minütigen Einheiten pro Woche bestand.

 

Zu Studienbeginn stellten die Wissenschaftler fest, dass depressive Menschen durchschnittlich 1,5 Mal mehr Herzfett haben als gesunde Menschen. Nach der sechswöchigen Sporttherapie hatten die Teilnehmer rund zehn Prozent ihres Herzfetts verloren. Zudem sorgte das spezielle Training für eine Verringerung des ebenfalls gefährlichen, bei depressiven Patienten überdurchschnittlich vorhandenen Bauchfetts, eine Verbesserung der HDL-Cholesterinwerte und eine verbesserte maximale Sauerstoffsättigung des Blutes. Die körperliche Betätigung wirkt sich ganz nebenbei auch positiv auf die Psyche aus.

Quelle: Shape up online Magazin

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